17. Mär 2026
Ihr habt vielleicht schon von Veranstaltungen in der Alten Vogtei oder von Errungenschaften des Friedrich-Baur-Instituts gehört, könnt jedoch nicht einordnen, wer oder was dahintersteckt? Dann stellen wir euch hier die Einrichtung vor, bei der im Hintergrund alle Fäden zusammenlaufen – die Friedrich-Baur-Stiftung.
1953 und mit Sitz in Burgkunstadt wurde sie von Friedrich Baur ins Leben gerufen. Er und seine Frau Kathi hatten keine Kinder, ihr Vermächtnis jedoch sollte weiterleben. Als große Unterstützer von Forschung, Kunst und Sport, war es dem Firmengründer und seiner Frau ein echtes Anliegen, dass die gemeinnützige Stiftung in diesen Bereichen tätig wird. So wurde sie Alleinerbin des gesamten Vermögens von Baur und steht heute als Mehrheitsgesellschaft der Baur Versand GmbH & Co. KG vor.
Die Ziele der Stiftung waren klar vorgegeben, so sollte die Forschung gefördert und die Krankenversorgung an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) verbessert werden; ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Erforschung der spinalen Kinderlähmung, weil Baurs Frau Kathi selbst betroffen war. Weiterhin sollte die Bayerische Akademie der schönen Künste unterstützt werden.
Mit einem Startkapital von 10.000 DM und einem Zuschuss von 250.000 DM ausgestattet, wuchs das Vermögen der Stiftung im Laufe der Jahre beträchtlich. Friedrich und Kathi Baur wollten sicherstellen, dass ihr Unternehmen nicht in falsche Hände gerät. „Niemals sollten fremde Kapitalinteressen das Unternehmen beherrschen und dadurch den Dienst am Kunden zugunsten unangemessenen Gewinnstrebens zurückdrängen“, so ihre klare Ansage. Ziel sollte sein, die Zukunft des Baur-Versands zu gewährleisten und das Unternehmen in das Morgen zu führen. Aufgrund dieser Überlegungen und immer schwieriger werdender Marktverhältnisse, suchte sich die Stiftung 1997 eine starke Partnerin, die Otto-Group. Diese übernahm 49 Prozent der Baur Versand GmbH & Co. KG und die operative Leitung des Versandgeschäfts. Die Stiftung hingegen hält weiterhin mit 51 Prozent den überwiegenden Teil am Baur-Versand, sowie Beteiligungen und mehrere Tochtergesellschaften, welche der Friedrich-Baur-GmbH untergeordnet sind.
Vom Versandhandel abgesehen leistet die Stiftung auch heute noch einen enormen Anteil für das Allgemeinwohl. So gibt es das Friedrich-Baur-Institut, welches bereits 1956 gegründet wurde und dem Universitätsklinikum der LMU zugeordnet wird. Vier Fünftel der Erträge aus dem Stiftungsvermögen erhält die medizinische Fakultät. Die eine Hälfte davon geht vor allem an Nachwuchswissenschaftler*innen für kleinere Forschungsprojekte. Die andere fließt dem Friedrich-Baur-Institut im Klinikum der LMU zur Erforschung neuromuskulärer Erkrankungen zu.
In den Jahren 2015 und 2016 wurden die Forschungsflächen nochmals erweitert. Wie oben erwähnt, steht dabei die Behandlung von Patient*innen mit neuromuskulären Erkrankungen mithilfe von Forschung, Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Kooperationen und Netzwerke wie etwa der Selbsthilfegruppe des benni & Co e.V. sowie innovative Therapie- und Betreuungskonzepten, im Zentrum. Im eigenen Leitbild hat das Institut die Kundenzentrierung verankert. Patient*innen sollen als mündige Partner*innen wahrgenommen, ihre Würde, Rechte und Interessen gewahrt und sie entsprechend behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei eine kooperative Zusammenarbeit und ein transparenter Austausch von Informationen mit den Patient*innen, Kostenträgern, Ärzt*innen, Patientenorganisationen sowie den Angehörigen. Intern setzt das Institut auf ein harmonisches Arbeitsklima und Arbeitsplatzsicherheit, um die Identifikation mit dem Institut zu fördern. Ein wichtiger Teil des Instituts stellt das Myologisches Labor | Friedrich-Baur-Institut für die Krankheitserkennung und für die molekulare Erforschung neuromuskulärer Erkrankungen, welche beispielsweise durch Gendefekte hervorgerufen werden können, dar. Bis 2017 wurde zudem das Friedrich-Baur-Forschungsinstitut für Biomaterialien Friedrich-Baur-Institut (FBI) | Prof. Dr.-Ing. Günter Ziegler von der Stiftung betrieben. Das Institut entwickelte mit der BioCer Entwicklungs-GmbH neue Material-Mischungen für Implantate, insbesondere im Bereich der Knochenregion. Weitere Informationen zum Friedrich-Baur-Instituts an der LMU findet ihr hier. Friedrich-Baur-Institut
Obwohl der Schwerpunkt der Förderung durch die Stiftung bei der medizinischen Forschung liegt, wird auch eine andere Einrichtung gefördert: die Bayerische Akademie der Schönen Künste in München. An sie gehen ein Fünftel der Stiftungserträge. Die Akademie wurde im Jahr 1948 gegründet und soll als „oberste Pflegestelle der Kunst“ dienen.
Sie ist im Königsbau der Münchner Residenz untergebracht. Auch hier sind die Ziele der Stiftung bereits in der Verordnung von 1948 festgelegt worden, welche „die Entwicklung der Künste [..] beobachten, sie in jeder zweckdienlich erscheinenden Weise [..] fördern oder Vorschläge zu ihrer Förderung [..] machen“ soll. Durch sie soll Künstler*innen eine Existenzgrundlage ermöglicht werden und entsprechende Veranstaltungen wie Vortragsabende, Lesungen oder Konzerte stattfinden. Zudem wurde von 1990 bis 2017 der Friedrich-Baur-Preis - Friedrich-Baur-Stiftung verliehen, welcher ebenfalls von der Stiftung finanziert wurde. Den Preis gab es in fünf Kategorien: Bildende Kunst, Literatur, Musik, Darstellende Kunst und Film- & Medienkunst. Seit 2016 werden die Preisgelder in einem Preis kombiniert, welcher seit 2023 als „Friedrich-Baur-Goldpreis“ im Rahmen der Internationalen Hofer Filmtage verliehen wird.
Zusätzlich zu den beiden Förderungen besitzt die Friedrich-Baur-Stiftung auch etliche soziale Einrichtungen und Immobilien.
Neben seinem Engagement als Lokalpolitiker und Unternehmer wollte Friedrich Baur dem Gemeinwesen auch wieder etwas zurückgeben. Mithilfe von Wohnungsbau und weiteren Immobilien setzte die Stiftung diesen Wunsch um. Was zunächst mit dem Aufbau einer Mitarbeitersiedlung mit 54 Wohnungen begann, prägt nun die Region unter anderem mithilfe eines Pflegeheims, eines Kindergartens sowie die Renovierung der historischen „Fünf-Wunden-Kapelle“ und der katholischen Stadtpfarrkirche in Burgkunstadt bis heute. 2023 gab die Stiftung den Bau des Friedrich-Baur-Atriums mit 33 barrierefreien Wohnungen bekannt. Durch den Kauf der Alten Vogtei in Burgkunstadt 2003 und den anschließenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wurde ebenfalls ein kultureller Treffpunkt geschaffen. Mit der jährlichen Veranstaltungsreihe „Kultursonntage“ können sich Kulturbegeisterte ganz dem Genuss des vielschichtigen und spannenden Programms hingeben. Hier die nächsten Veranstaltungen: Jobs BAUR-Gruppe - Kultursonntage in der alten Vogtei
Die Friedrich-Baur-Stiftung ist das Vermächtnis von Friedrich und Kathi Baur, welches es vollbringt, sowohl Forschung als auch Kultur, sowohl Ernst als auch Freude zu fördern und durch ihr soziales Engagement generationenübergreifend zu verbinden.
Die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder. Bitte fülle diese aus, um deine Kommentare erfolgreich abgeben zu können.
Ich heiße Carolin, bin 17 Jahre alt und unterstütze derzeit das Team Personalmarketing im Rahmen meiner Ausbildung zur Kauffrau im E-Commerce.
Seid gespannt auf interessante Blogbeiträge und blickt gemeinsam mit uns hinter die Kulissen der BAUR-Gruppe.
Viel Spaß beim Lesen! 😊