Die automatisierte Zolltarifierung

25. Mär 2026

Die automatisierte Zolltarifierung
Die automatisierte Zolltarifierung

Ein Blick hinter die Kulissen eines zentralen Zukunftsprojekts: Bei BAUR und OTTO wird die Zolltarifierung mithilfe von Künstlicher Intelligenz automatisiert, um Prozesse effizienter und sicherer zu gestalten. Im Interview berichten die Projektbeteiligten, wie internationale Zusammenarbeit und innovative Technologien den globalen Handel nachhaltig verändern.


Ein Schritt in Richtung Zukunft

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch und auch bei BAUR und OTTO versuchen zahlreiche Kolleg*innen KI-Tools als Hilfsmittel zur Vereinfachung von Prozessen geschickt einzusetzen. Der Händler BAUR mit seinem Online-Shop baur.de verkauft Waren aus aller Welt. Diese müssen zuerst nach Europa und Deutschland gebracht werden, um sie dort in den Logistikzentren zu verpacken und mit dem Paketdienst nach Hause zu den Kund*innen zu schicken. Bevor sie jedoch dort Station machen, passieren sie den Zoll. An dieser Stelle kommt die sogenannte Zolltarifierung, ein zentraler Bestandteil des internationalen Warenverkehrs, ins Spiel. Seit einigen Jahren arbeiten engagierte Teams daran, sie zu automatisieren. Die Direktimporte von BAUR und OTTO werden tarifiert, sie werden also beim Zoll eingeordnet, um anfallende Kosten zu klären. Den Waren werden Nummern zugeteilt, die sie eindeutig identifizieren. Um diesen Prozess weniger manuell zu gestalten, arbeiten Mathias Lulei vom Tarifierungsteam bei BAUR in Weismain (Oberfranken, Bayern) und Juan Castilla Garcia von der Otto Group one.O Spain Hand in Hand. Im Gespräch berichten die beiden von ihrer Arbeit.

Hallo Mathias, hallo Juan, schön, dass ihr euch Zeit genommen habt, um uns etwas über euer Projekt zu erzählen. Ihr habt zusammen an der automatisierten Zolltarifierung gearbeitet. Matthias, du und dein Team in Deutschland und du, Juan, mit deinem Team „Sushi“ in Spanien.

Juan kannst du uns zuerst dich und dein Team vorstellen?

J: Sehr gern! „Sushi“ ist der Name unseres kleinen, aber sehr engagierten Teams innerhalb von one.O Spain. Wir arbeiten mit den IT-Kolleg*innen rund um Beschaffung & Transport zusammen. Seit 2020 entwickeln wir die Zollprozesse von BAUR und OTTO gemeinsam weiter.
Unser Team besteht mittlerweile aus vier Entwicklern und einer IT Product Ownerin. Wir sind die zentrale Verbindung zwischen Technik und Fachwissen. Im Moment arbeiten wir hauptsächlich an der AZT, der automatischen Zolltarifierung.

Juan
Juan

Vielen Dank, Juan. Mathias, in Deutschland ist dein Team für das Projekt zuständig. Stelle euch doch auch bitte kurz vor.

M: Natürlich ebenfalls sehr gern. Unser Team besteht aus weiteren 5 Kollegen*innen, wir sind für die Tarifierung, also die (Einreihung unserer Handelswaren in den Zolltarif), zuständig. Wie oben von Juan bereits erwähnt, arbeiten wir mit „Sushi“ daran, unsere Zollprozesse, hauptsächlich Tarifierung, zu verbessern und Compliance-Themen (Anm. d. Redaktion: Themen, die sich mit der rechtlichen und ethischen Absicherung für Unternehmen befassen) abzusichern.

Mathias
Mathias
M: Natürlich ebenfalls sehr gern. Unser Team besteht aus weiteren 5 Kollegen*innen, wir sind für die Tarifierung, also die (Einreihung unserer Handelswaren in den Zolltarif), zuständig. Wie oben von Juan bereits erwähnt, arbeiten wir mit „Sushi“ daran, unsere Zollprozesse, hauptsächlich Tarifierung, zu verbessern und Compliance-Themen (Anm. d. Redaktion: Themen, die sich mit der rechtlichen und ethischen Absicherung für Unternehmen befassen) abzusichern.

Worum genau handelt es sich bei der automatisierten Zolltarifierung und warum ist sie so wichtig?

M: Dabei geht es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, damit der Tarifierungsprozess vereinfacht wird. Um mit internationalen Regelungen mitzugehen und Fehler bei der Vergabe von Zollnummern, die als digitaler Ausweis eines Artikels fungieren, zu vermeiden, ist das ein wichtiger Schritt.
J: Richtig, die AZT soll sämtliche Informationen liefern, die BAUR und OTTO für die Zolltarifierung brauchen. Unser Ziel ist die maximale Automatisierung bei hoher Qualität. Wir verbinden dafür interne Systeme und externe Tools miteinander. Für das Tagesgeschäft hat das enorme Auswirkungen, beispielsweise bei der Überprüfung, ob ein Artikel unter eine bestimmte EU-Verordnung, also eine verbindlich für alle EU-Staaten geltende Regel, fällt. Die AZT hilft also dabei, rechtzeitig und zuverlässig auf Neuerungen reagieren und den rechtlichen Umgang sicherstellen zu können.
M: Wie man sieht, ist die automatisierte Tarifierung ein wichtiger Baustein, um unser Wachstum zu unterstützen und den globalen Handel erfolgreich abzuwickeln. Mit one.O haben wir dafür den idealen Partner gefunden: Durch die Kombination aus Softwareentwicklung, IT und Datenintelligenz konnten wir die ATZ technisch erfolgreich umsetzen.

Tarifierung Logistik
Tarifierung Logistik

An so einem großen Projekt arbeitet man selten allein – wer hat euch bei der Umsetzung begleitet und unterstützt?

M: Zum einen das Tarifierungsteam von BAUR, der Anbieter des Klassifizierungssystems AEB und Kolleg*innen von OTTO aus dem Team des Customs & Foreign Trade.

Ihr habt davon berichtet, dass ihr eng zusammenarbeitet. Wie genau funktioniert diese Zusammenarbeit?

J: Das klappt sehr gut und sehr direkt. Das OTTO-Zollteam gibt uns die fachliche und geschäftliche Orientierung, während BAUR täglich mit der Anwendung arbeitet und uns wertvolles Feedback liefert. Diese Kombination sorgt dafür, dass wir wirklich passende und vor allem praxistaugliche Lösungen entwickeln können. Die enge Zusammenarbeit ist ein echter Erfolgsfaktor für das Projekt.

Obwohl ihr überwiegend virtuell agiert, hattet ihr im Herbst und Winter 2025 die Gelegenheit euch auch persönlich kennenzulernen. Wie war das?

J: Richtig. Das war für das ganze Team sehr bereichernd. Im Oktober waren wir in Hamburg und haben dort OTTO-IT-Workshops besucht und auch gezielte Meetings mit wichtigen Entscheidungsträgern durchgeführt. Im November gab es außerdem beim BAUR-Team in Weismain einen Workshop, um gemeinsam die nächsten Schritte für die kommenden Monate zu planen. Solche Treffen stärken das gegenseitige Verständnis enorm.
M: Im Rahmen dieses Workshops wurde uns die Software vorgestellt, die mithilfe von KI den hochkomplexen Tarifierungsprozess vereinfacht. Dabei erhielten wir fundierte und differenzierte Einblicke in die Funktionsweise. Zudem bot uns der Workshop die Gelegenheit uns persönlich und miteinander damit auseinanderzusetzen. Für uns alle stellte die Veranstaltung einen besonderen Höhepunkt des Projekts dar.

Gemeinschaftsbild in Weismain
Gemeinschaftsbild in Weismain

Zum Abschluss: Was wünscht ihr euch für die Zukunft für euer Projekt?

M: Ich wünsche mir, dass wir in gleicher Weise gemeinsam dieses Projekt voranbringen und der Austausch und die Zusammenarbeit zu mehr Fortschritt und Erleichterung in diesem sehr komplexen und umfangreichen Gebiet führen.
J: Und ich wünsche mir weiterhin eine so enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die Basis dafür ist da. Mit der Erfahrung unseres Teams, der fachlichen Stärke unserer Partner und einer klaren Vision sind wir sehr gut aufgestellt, um BAURs und OTTOs internationale Prozesse weiter zu verbessern.

Vielen Dank euch beiden für diese interessanten Einblicke hinter die Kulissen dieser großen Aufgabe, die im Spätsommer 2026 vorläufig abgeschlossen sein soll. Wir drücken allen die Daumen für den weiteren Verlauf, und wünschen euch weiterhin eine gute Zusammenarbeit.

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Autorin
Marion Ganz

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Ich heiße Marion und im Rahmen eines Praktikums für mein Studium der Kommunikationswissenschaft unterstütze ich die Unternehmenskommunikation der BAUR-Gruppe.
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